Gedankenfetzen

Aus dem Leben eines Taugenichts.
 

Meta





 

Status Quo

Es läuft nicht besonders gut zwischen uns, was meinst du?

Meinerseits (und das ist ja die einzige Position, aus der ich einschätzen kann - erstens, weil ich aus meiner Haut nicht rauskomme, zweitens weil unser Kontakt so oberflächlich ist) liegt das sicherlich auch an Schuldgefühlen, aber auch daran, dass ich dir deine Abwesenheit übel nehme. Da bin ich, ich gebe es offen zu, schwach.

Ich nehme es dir übel, dass du mich allein gelassen hast und Einsamkeit mein schlimmster Feind ist. Noch dazu war die Vielzahl an Möglichkeiten, dieser Einsamkeit zu entfliehen, meine Rettung: Auch wenn die Möglichkeiten natürlich nicht alle genutzt wurden oder eingetroffen sind, hat mir die Existenz dieser Möglichkeiten Hoffnung gegeben. Jetzt ist meine einzige Möglichkeit und Hoffnung Zeit. Und die arbeitet immer gegen mich.

Verstärkt wird dieses Gefühl des Allein-gelassen-seins durch mein Unverständnis dafür, dass du überhaupt gehen wolltest.
Dort hast du wenig reizvolle Büroarbeit, einen sehr begrenzten Pool an möglichen Bekannten, weniger Freiheiten, sprachliche Barrieren und nichts als mies bezahlte Arbeit und Bier mit den immergleichen Menschen.
Das Einzige, was dich wohl wirklich gereizt haben kann, aufzubrechen war das Abenteuer. Doch wieso sucht ein Mensch das Abenteuer? Wohl nur, weil er flüchten will aus seinem Leben, das ihn erdrückt oder tödlich langweilt. Und dein Leben hier war doch ich, dachte ich? Wieso hast du immernoch das Bedürfnis, zu fliehen, wenn du mich hast? Gebe ich dir so wenig?

Also lässt du mich allein zurück, um vor mir zu flüchten.

Vermutlich ist das Quatsch. Aber es ist Herzquatsch und ich werde es nicht los, mich so zu fühlen.



Ich verbittere beim Gedanken an dich und wir haben doch noch so lange Zeit vor uns. Wie soll das nur werden, wenn ich nach so kurzer Zeit schon an uns (ver-)zweifle?



P.S.: Und ich kann dir das noch nicht einmal sagen, weil ich genau weiß, dass du weinen müsstest und lesen kannst du das ja nur in dieser verdammten Büroparzelle inmitten all dieser fremden Leute, die trotz allem jetzt dein Leben füllen!

23.10.14 00:46

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